top of page

DAX
DIGITAL
MONITOR
2023

2023-11-07-19-46-41_EDIT.org.jpeg

DDM.Zielsetzung

Die Digitale Transformation betrifft alle Unternehmen, denn die Auswirkungen von digitalen Prozessen, Produkten und Plattformen mit den zugehörigen neuen digitalen Geschäftsmodellen beeinflussen die bekannte reale Handelsebene ebenso, wie sie eine neue elektronische Handelsebene diktieren. Dies stellt insbesondere die großen etablierten Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da sie einerseits das reale Kerngeschäft (auch mit Hilfe der Digitalisierung) weitertreiben aber eben auch das digitale Innovationsgeschäft entwickeln müssen.

 

Um diesen Spagat zu meistern, brauchen sie neben einer Implementierung von digitalen Technologien auch das digitale Wissen rund um digitale Geschäftsprozesse und -modelle. Dieser Mix aus technologischen und managementorientierten Kompetenzen muss zudem mit den handelnden Akteuren in der Unternehmensführung verbunden sein, damit neben der Prozess-, Produkt- und Plattform-Entwicklung auch die gesamte Organisation und die übergeordnete Strategie des Unternehmens auf die digitalen Herausforderungen eingestellt wird. Hierbei gilt es wie so oft, dass diese digitalen Beeinflussungen von der Spitze eines Unternehmens gemeistert werden müssen.

Der DAX DIGITAL MONITOR untersucht auch in seiner vierten Ausgabe die Geschäfts­berichte aus dem Jahr 2023 der DAX40-Unternehmen in Deutschland und analysiert dabei die berichteten Maßnahmen zur „Digitalisierung“, den Umfang und die Einheitlichkeit der Berichterstattung zur „Digitalisierung“ sowie die Verankerung eines Digital Leadership mit den zugehörigen Digitalkompetenzen auf der Top-Führungsebene. Auch die nichtfinanzielle Berichterstattung wird in diese Analyse mit einbezogen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt in diesem Jahr waren die Darstellungen zur Corporate Digital Responsibility (CDR) und dem Einsatz der Künstliche Intelligenz (KI).

„Die Verankerung der Digital-Leadership-Kriterien auf der Ebene vom Top-Management hat sich im Vergleich zum Vorjahr sprunghaft erhöht. Der deutsche Corporate Kodex mit seiner Option zur Selbsteinschätzung der Digitalkompetenz der Unternehmensführung öffnet aber Tür und Tor für ein sog. Digital Washing. Objektiv mess­bare Kriterien zur Messung der Digitalkompetenz sind erforderlich.“

Stein.jpg

Prof. Dr. Dirk Stein, FOM Hochschule (Autor der Studie)

Wer

wurde untersucht?

DAX40-Unternehmen in Deutschland

Wie

wurde untersucht?

Analyse der Geschäftsberichte 2022

Adidas, Airbus, Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Brenntag, Commerzbank, Continental, Covestro, Daimler Truck Holding, Deutsche Bank, Deutsche Börse, DHL Group, Deutsche Telekom, E.ON, Fresenius, Hannover Rück, Henkel, Heidelberg Materials, Infineon, Mercedes Benz Car Group, Merck, MTU Aero Engines, Münchener Rück, Porsche AG, Porsche SE, Qiagen, Rheinmetall, RWE, SAP, Sartorius, Siemens, Siemens Energy, Siemens Healthineers, Symrise, Volkswagen, Vonovia, Zalando

Was

wurde untersucht?
  1. Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene

  2. Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat

  3. Verankerung der Digitalisierung in der Top-Management-Vergütung
     

  4. Berichtete Themenfelder (inkl. Künstliche Intelligenz) mit Maßnahmen zur Digitalisierung

  5. Aussagen zur Corporate Digitale Responsibility (CDR)
     

  6. Umfang und Einheitlichkeit der Berichterstattung zur Digitalisierung

TK_Profilbild_2021.jpg

„Noch ist das Thema Künstliche Intelligenz (KI) nicht in der Berichterstattung der DAX40-Konzerne angekommen und im Rahmen der notwendigen Corporate Digital Responsibility schwach ausgeprägt. Da die KI aber einen wesentlichen Einfluss auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Unternehmensführung haben wird, sollten unsere TOP-Unternehmen hier dringend nachbessern!“

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Universität Duisburg-Essen (Autor der Studie)

Studie
Skyscrapers_edited_edited_edited_edited_edited_edited_edited_edited.jpg

DDM.Ergebnisse

Verankerung im Vorstand

83 % (Vorjahr: 72 %) der DAX40-Unternehmen haben die Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene institutionalisiert. Das ist eine Steigerung von +11 % für ein Digital Leadership. Dort, wo die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene zu beobachten ist, wird diese deutlich überwiegend in einer Doppelfunktion mit anderen Funktionsaufgaben verbunden (z.B. mit dem CEO oder CTO).

 

Ein eigenständiger Digitalchef konnte bei insgesamt drei DAX40 Unternehmen auf der Vorstandsebene identifiziert werden. Dazu gehören, E.ON, Infineon und Heidelberg Materials.

Verankerung im Aufsichtsrat

Bei 83 % (Vorjahr: 80 %) der DAX40-Unternehmen konnte die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat für die Arbeitgeberseite festgestellt werden.

 

Auf der Arbeitsnehmerseite konnte eine Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat in Höhe von 65% (Vorjahr: 8%) festgestellt werden. Dies ist mehr als das 8-fache des Vorjahreswertes.

Verankerung im Vergütungssystem

Bei 63 % (Vorjahr: 55 %) konnte die explizite Verankerung der Digitalisierung als Vergütungskomponente auf Vorstandsebene bei den DAX40-Unternehmen festgestellt werden.

 

Das ist entspricht einer Steigerung um +8 % und zeigt über den Zeitverlauf der Studien 2020-2023 eine konstant ansteigende Entwicklung auf.

Künstliche Intelligenz (KI)

Das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) wird in der aktuellen Geschäftsberichterstattung über alle DAX40-Unternehmen hinweg nur an insgesamt 205 Textstellen verwendet. Das deutet darauf hin, dass sich das Thema KI bei vielen DAX40-Unternehmen noch im Anfangsstadium befindet. So berichtet Porsche über „KI als wesentlicher Faktor für den Geschäftserfolg“, wird aber nicht konkreter im Hinblick auf die Umsetzung. Merck will „KI für die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle einsetzen“, sagt aber nicht wie. Insgesamt 11 (27,5%) der DAX40-Unternehmen erwähnen die Künstliche Intelligenz in der Geschäftsberichterstattung zudem überhaupt nicht. Das weiterführende Thema einer „Generative Artificial Intelligence“, ausgelöst von ChatGPT, findet sogar in keinem Geschäftsbericht eine Berücksichtigung. Die DAX-Unternehmen wurden von dieser Entwicklung sprichwörtlich überrollt und im Jahr 2024 wird das in den Geschäftsberichten vermutlich deutlich anders aussehen, denn die Erwartungen an den geschäftlichen Nutzen von KI sind enorm.

Corporate Digital Responsibility (CDR)

Für eine echte Einbindung von Digitalisierung in die Unternehmensstrategie gilt es inzwischen auch, eine explizite Corporate Digital Responsibility (CDR) zu definieren. CDR lässt sich beschreiben als „freiwillige unternehmerische Aktivität im digitalen Bereich, die über das heute gesetzlich Vorgeschriebene hinausgeht und die digitale Welt aktiv zum Vorteil der Gesellschaft mitgestaltet“ (Dörr 2019). Nach den Vorstellungen des Bundesministeriums der Justiz sollte dies ein breites Spektrum an Handlungsfeldern abdecken; zu nennen sind beispielsweise Datenschutz, Cybersicherheit, digitale Mitarbeitereinbindung, digitale Teilhabe und Inklusion, digitaler Umweltschutz sowie digitale Bildung im Rahmen der eigenen Geschäftsmodelle und -prozesse. 

Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Bedeutung der Künstlichen Intelligenz wird auch die Corporate Digital Responsibility (CDR) für die DAX-Unternehmen in Zukunft eine zunehmende Bedeutung bekommen. Warum? Weil die Verantwortung für die, auch und insbesondere bei der KI, eingesetzten Daten eine neue Bedeutung bekommen wird, und dies unmittelbar auf das Vertrauen bei Geschäftspartnern und Kunden im Umgang mit ihren Daten durchschlagen wird. Als Vorreiter in Sachen CDR kann die Telekom genannt werden, die sich seit 2017 mit diesem Thema beschäftigt und CDR dem Sustainable Development Goal 9 (SDG 9) zuordnet. Die Telekom und Zalando veröffentlichen zudem jährlich einen eigenständigen CDR-Bericht. Porsche hat zudem in der Geschäftsberichterstattung 2022 bestätigt, dass CDR integraler Bestandteil der Porsche Strategie 2030 ist. Es wäre hilfreich, wenn sich alle DAX-Unternehmen freiwillig einer CDR-Initiative anschließen würden, damit sich ein klarer Kriterienkatalog für die Berichterstattung herausbildet. Gelingt dies nicht, so müsste der Gesetzgeber aktiv werden, denn digitale Ethik und Verantwortung werden und müssen ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur werden.

Ergebnisse

DDM.Autoren

Stein.jpg

Prof. Dr. Dirk Stein ist Professor an der FOM Hochschule und forscht am Institute for Strategic Finance zu den  Themengebieten Digitale Transformation und Digital Entrepreneurship. Die beruflichen Stationen von Dirk Stein waren unter anderem verschiedene Forschungsinstitute an der RWTH Aachen, General Electric und KPMG. Stein wurde u.a. bei General Electric Capital mit dem Jack Welsh Leadership Award ausgezeichnet. Seine Schwerpunkthemen sind nachhaltige Betriebs- und Geschäftsmodelle für die Digital Wirtschaft.

TK_Profilbild_2021.jpg

Prof. Dr. Tobias Kollmann ist Inhaber des Lehrstuhls für Digital Business und Digital Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen und vermittelt so Grund- und Gründungswissen für die Digitale Wirtschaft. Seit 2015 ist er Mitglied im Aufsichtsrat vom börsennotierten Stahl- und Digitalkonzern Klöckner & Co SE. 2019 wurde er als stellvertretender Vorsitzender zudem in den Aufsichtsrat der COMECO GmbH & Co. KG, einem FinTech-Spin-off der Sparda Banken, berufen. Er ist zudem Leiter der netSTART-Academy, einem Weiterbildungsinstitut für Fach- und Führungskräfte zum Erwerb digitaler Kompetenzen. 

DDM.Partner

QCI_Webseite.jpg

Die QCI Corp. entwickelt Technologien, die das Leben für alle Menschen überall auf der Welt besser machen - für jede Person, jedes Unternehmen und jede Gemeinschaft auf diesem Planeten. Durch unser Portfolio an 3D-Technologie, IKT-Dienstleistungen und -Lösungen sowie Künstlicher Intelligenz schaffen wir Erfahrungen, die begeistern. Unsere intelligenten Lösungen lernen, sagen voraus und handeln, um sinnvolle Aufgaben in der realen Welt zu übernehmen. Mit der KI-Technologie von QCI erfinden wir die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, neu.

DDM.Presse

Über die Studie "DAX Digital Monitor" wurde u.a. hier berichtet:

logo_vdi_nachrichten_facebook.jpg
marketing-boerse-logo-key-work-partner.png
Manager_magazin_edited_edited.jpg
logo-markenartikel.png
FN.jpg
ITD1.jpg
Sillicon.jpg
WAMS.jpg
Handelsblatt.png
Handelsblatt.png
MM_MaschinenMarkt_Logo_4c_2019.jpg
ICT_Logo.jpg
Autoren
Presse
Partner
Kontakt

DDM.Kontakt

Wenn Sie mit den Autoren in Kontakt treten wollen, dann nutzen Sie bitte das Kontaktformular. 

Vielen Dank für Ihre Nachricht!

bottom of page