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DDM.Zielsetzung

Die Digitale Transformation betrifft alle Unternehmen, denn die Auswirkungen von digitalen Prozessen, Produkten und Plattformen mit den zugehörigen neuen digitalen Geschäftsmodellen beeinflussen die bekannte reale Handelsebene ebenso, wie sie eine neue elektronische Handelsebene diktieren. Dies stellt insbesondere die großen etablierten Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da sie einerseits das reale Kerngeschäft (auch mit Hilfe der Digitalisierung) weitertreiben aber eben auch das digitale Innovationsgeschäft entwickeln müssen.

 

Um diesen Spagat zu meistern, brauchen sie neben einer Implementierung von digitalen Technologien auch das digitale Wissen rund um digitale Geschäftsprozesse und -modelle. Dieser Mix aus technologischen und managementorientierten Kompetenzen muss zudem mit den handelnden Akteuren in der Unternehmensführung verbunden sein, damit neben der Prozess-, Produkt- und Plattform-Entwicklung auch die gesamte Organisation und die übergeordnete Strategie des Unternehmens auf die digitalen Herausforderungen eingestellt wird. Hierbei gilt es wie so oft, dass diese digitalen Beeinflussungen von der Spitze eines Unternehmens gemeistert werden müssen.

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Der DAX DIGITAL MONITOR untersucht auch in seiner sechsten Ausgabe die Geschäfts­berichte aus dem Jahr 2024 der DAX40-Unternehmen in Deutschland und analysiert dabei die berichteten Maßnahmen zur „Digitalisierung“, den Umfang und die Einheitlichkeit der Berichterstattung zur „Digitalisierung“ sowie die Verankerung eines Digital Leadership mit den zugehörigen Digitalkompetenzen auf der Top-Führungsebene. Auch die nichtfinanzielle Berichterstattung wird in diese Analyse mit einbezogen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt in diesem Jahr waren die Darstellungen zur Corporate Digital Responsibility (CDR) und dem Einsatz der Künstliche Intelligenz (KI).

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Die DAX40-Konzerne haben die Bedeutung von Zukunftstechnologien, insbesondere die Künstlichen Intelligenz (KI), nicht nur für sich entdeckt, sondern sie sind Kern für ein erfolgreiches sowie zukunftsfestes Bestands- und Innovationsgeschäfts geworden. Dabei stoßen sie jedoch schnell an die Grenzen der Regulatorik, der notwendigen sowie der zu schleppenden Veränderung der Unternehmenskultur, fehlender KI sowie Datenkompetenz bei Mitarbeitern und der noch fehlenden Dateninfrastruktur für den Einsatz der KI-Technologien, um nur einige Punkte zu nennen. Offenbar gibt es jedoch auch Herausforderungen notwendige neue Kompetenzen in den Vorstandsetagen zu etablieren bzw. bei Vorstandswechsel entsprechend nachzubesetzen, um die neuen Kompetenzen auch im Spitzenpersonal nachhaltig zu verankern.

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​Insgesamt erfüllen, gemäß Geschäftsberichtserstattung 2024, nur noch 12 (Vorjahr: 15) der DAX40-Unternehmen sämtliche geprüfte Verankerungskriterien zum Thema Digital Leadership. Das bedeutet, dass nur noch 30 % (Vorjahr: 53 %) der DAX40-Unternehmen das Thema Digital Leadership vollständig bedienen (- 23 %)

„Endlich! Bei der Digitalisierung ist für die DAX-Konzerne nicht mehr die Kostenreduktion, sondern das Wachstum das TOP-Thema in der Berichterstattung. Dafür setzen sie auf Kooperationen im Bereich digitale Technologien und hier insbesondere auf die Künstliche Intelligenz. KI soll zu dem digitalen Wachstumstreiber für die Zukunft werden.“

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„Umso unverständlicher, dass das Thema Digitalisierung als Vergütungskomponente für die Vorstandsebene dramatisch beschnitten wurde. Nur noch 16 DAX-Konzerne setzen auf diesen wichtigen Leistungshebel, und hier muss durch die Aufsichtsräte nachgebessert werden, um die richtigen Anreize für die Vorstände zu schaffen.“

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Prof. Dr. Dirk Stein, FOM Hochschule (Autor der Studie)

Wer

wurde untersucht?

DAX40-Unternehmen in Deutschland

Wie

wurde untersucht?

Analyse der Geschäftsberichte 2024

Adidas, Airbus, Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, BMW, Brenntag, Commerzbank, Continental, Daimler Truck Holding, Deutsche Bank, Deutsche Börse, DHL Group, Deutsche Telekom, E.ON, Fresenius, GEA Anlagenbau, Hannover Rück, Henkel, Heidelberg Materials, Infineon, Mercedes Benz Car Group, Merck, MTU Aero Engines, Münchener Rück, Porsche SE, Qiagen, Rheinmetall, RWE, SAP, Scout24, Siemens, Siemens Energy, Siemens Healthineers, Symrise, Volkswagen, Vonovia, Zalando

Was

wurde untersucht?
  1. Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene
     

  2. Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat
     

  3. Verankerung der Digitalisierung in der Top-Management-Vergütung
     

  4. Berichtete Themenfelder (inkl. Künstliche Intelligenz) mit Maßnahmen zur Digitalisierung
     

  5. Aussagen zur Corporate Digitale Responsibility (CDR)
     

  6. Umfang und Einheitlichkeit der Berichterstattung zur Digitalisierung

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„Der Einsatz der Künstlichen Intelligenz hat auf allen Ebenen zugenommen, aber gleichzeitig erfüllen deutlich weniger DAX-Konzerne die Anforderungen an ein Digital Leadership. Das ist dramatisch, denn wer sein Unternehmen nicht digital führen kann, ist auch nicht in der Lage, es in die Zukunft eines Artificial Management zu lenken.“

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​„Wenn auf politischer Ebene nach digitaler Souveränität gerufen wird, muss man feststellen, dass auch die DAX-Konzerne noch weit davon entfernt sind. Sie greifen bei digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz lieber auf die Entwicklungen aus anderen Regionen der Welt zurück, als diese selbst zu entwickeln. Das kann sich später im Wettbewerb rächen.“

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Universität Duisburg-Essen (Autor der Studie)

Studie
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DDM.Ergebnisse

Verankerung im Vorstand
  • 65 % (Vorjahr: 68 %) der DAX40-Unternehmen haben die Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene institutionalisiert. Dies entspricht einem Rückgang von -3 % beim Thema „Digital Leadership“ und ist nun im dritten Jahr in Folge rückläufig.

 

  • Dort, wo die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf der Vorstandsebene zu beobachten ist, ist diese deutlich überwiegend in einer Doppelfunktion mit anderen Funktionsaufgaben verbunden (z.B. mit dem CEO oder CTO).
     

Bei vielen DAX40-Unternehmen besteht weiterhin Handlungsbedarf in der Form, dass die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz sowie die dazu veröffentlichten Informationen hinsichtlich Transparenz und Nachvollziehbarkeit nochmals kritisch überprüft und aus Stakeholdersicht verbessert werden sollten.

Verankerung im Aufsichtsrat
  • Bei 95 % (Vorjahr: 93 %) der DAX40-Unternehmen konnte die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat für die Arbeitgeberseite festgestellt werden.

 

  • Auf der Arbeitnehmerseite konnte eine Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat in Höhe von 90 % (Vorjahr: 83 %) festgestellt werden.

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Im Aufsichtsrat sieht es vor diesem Hintergrund auf den ersten Blick zwar besser aus, aber hier ist Vorsicht angesagt, denn die ausgewiesene Digitalkompetenz für AR-Mitglieder erfolgt aus Basis einer reinen Selbsteinschätzung. Dies kann durch die Lebensläufe der AR-Mitglieder in vielen Fällen nicht belegt bzw. verifiziert werden. Das führt offenbar weiterhin zu einem „Digital Washing“.

Verankerung im Vergütungssystem
  • Bei 40 % (Vorjahr: 70 %) konnte die explizite Verankerung der Digitalisierung als Vergütungskomponente auf Vorstandsebene bei den DAX40-Unternehmen festgestellt werden. Das ist erstmals seit Studienbeginn ein Rückgang. Die Studie berücksichtigt hier ausdrücklich diejenigen Unternehmen die Digitalisierung explizit als Vergütungskomponente auch benennen. 
     

  • Digitalisierung als Komponente der Top-Management Vergütung ist entsprechend nur noch bei 16 (Vorjahr: 28) der DAX40-Unternehmen in den Geschäftsberichten ausgewiesen.

 

Aus Sicht der Studienautoren ist zu erwarten, dass die Digitalisierung als Vergütungskomponente auf der Ebene des Top-Management wie in den vergangenen fünf Jahren wieder ansteigen wird. Dafür sorgen allein schon der Trend zu datenbasierten Geschäftsmodellen und die KI-Wirtschaft. Es wird aber entscheidend sein, dafür klar definierbare und zuordbare KPIs zu entwickeln, die eine Leistung in diesem Bereich klar messbar macht.

Künstliche Intelligenz (KI)

KI ist eindeutig in der Geschäftsberichterstattung der DAX40-Unternehmen nun verankert und dominiert alle weiteren Digitalisierungsthemenfelder wie Kostensenkung, Wachstum, Mitarbeiter/Qualifizierung, Zukunftstechnologien, CDR und Kennzahlen zur Digitalisierung. Aktuelle Grenzen für den Einsatz von KI sind weiterhin der Datenschutz bzw. die Regulierung von KI, die fehlende Datenkompetenz der Mitarbeitenden und die noch fehlende bzw. zu optimierende Dateninfrastruktur für den Einsatz von KI-Technologien. DAX40-Unternehmen fokussierten in den letzten Jahren mit KI klar die Generierung von Effizienzsteigerungen mit KI und das Bild hat sich verändert. Die Generierung von Innovationen mit KI und mit Zukunftstechnologien ist in der aktuellen Geschäftsberichterstattung klar in den Fokus gerückt und ist das Themenfeld mit den meisten Nennungen in den Geschäftsberichten.

 

Spannungsfelder beim Einsatz der Künstlichen Intelligenz

 

  1. KI zwischen Prozessautomatisierung und Produktentwicklung
    Die Herausforderung, dass ausbalancierte Management zwischen Bestands- und Innovationsgeschäft zu forcieren haben die DAX40 Unternehmen offenbar erkannt und angenommen. Also nicht nur auf Effizienzgewinne im KI-Einsatz zu setzen, sondern auch KI-Innovationen konsequent voranzutreiben.
     

  2. KI zwischen Innovation und Regulierung
    Insbesondere unklare Entwicklungen, weltweite Regulierungen in einer multipolaren Welt und die EU-Regulierungen sowie deren tatsächliche Durchsetzung und Anpassungen machen den Unternehmen im Innovationsgeschäft zu schaffen und führen tendenziell zur Zurückhaltung bei KI-Investitionen im Innovationsgeschäft. Das Regulierungstempo wird in den Geschäftsberichten ebenfalls als Investitionsrisiko eingestuft.
     

  3. KI zwischen Angst und Kompetenz bei Mitarbeitern
    KI wandelt die Jobprofile der Beschäftigten, da sich die Arbeitsprozesse und -strukturen grundlegend ändern werden. Zum einen würden die Unternehmen vor diesem Hintergrund gerne Mitarbeiter durch KI-Technologien einsparen, auf der anderen Seite brauchen sie jedoch Mitarbeiter, die sich genau mit diesen KI-Technologien auskennen. Entsprechend reagieren die Konzerne mit einer zugehörigen Weiterbildungsoffensive. Die resultierende Situation ist wie ein Tanz auf dem Drahtseil: Das Bewusstsein, dass KI und Automatisierung den eigenen Arbeitsplatz ersetzen können, erzeugt bei vielen Beschäftigten ein Gefühl der Unsicherheit und manchmal sogar Ohnmacht. In dieser Situation wird das Lernen einer neuen Kompetenz nicht unbedingt als Chance, sondern als zusätzliches Dilemma wahrgenommen.

Empfehlungen

Die Studienautoren empfehlen für die identifizierten Spannungsfelder, im Unternehmen individuelle Lösungen zur eigenen Digitalisierung mit KI-Einsatz zu etablieren bzw. zu forcieren, um nicht an der Umsetzungsgeschwindigkeit (Time-to-Market) unnötig Zeit zu verlieren. Die DAX-Konzerne haben zudem zwar erkannt, dass Digitalisierung nicht mehr primär der Kostensenkung dient, sondern zum Wachstumsmotor werden muss. Dieser strategische Schwenk ist richtig und muss jetzt konsequent umgesetzt werden. Die Kooperationen im Bereich digitaler Technologien, besonders bei Künstlicher Intelligenz, müssen intensiviert und mit klaren Zielvorgaben versehen werden.

 

Aufsichtsräte sollten umgehend die Vergütungssysteme überarbeiten und Digitalisierung wieder als zentrale Leistungskomponente für Vorstände verankern. Nur 16 von 40 DAX-Unternehmen nutzen diesen Hebel noch – das sendet das falsche Signal an die Führungsebene. Ohne finanzielle Anreize wird die digitale Transformation nicht die nötige Priorität erhalten. Die Führungskräfte müssen in diesem Zusammenhang dringend ihre Digital-Leadership-Kompetenzen ausbauen. Wer sein Unternehmen nicht digital steuern kann, wird auch den Übergang zum Artificial Management (Kollmann/Kollmann 2025) nicht meistern.

 

Die mangelnde digitale Souveränität deutscher Konzerne stellt ein erhebliches Risiko dar. Die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern bei KI und digitalen Plattformen muss reduziert werden. Unternehmen sollten verstärkt in eigene Entwicklungskapazitäten investieren oder europäische Partnerschaften eingehen. Langfristig entscheidet diese technologische Unabhängigkeit über die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt. Die Zeit für halbherzige Maßnahmen ist vorbei – jetzt zählt entschlossenes Handeln auf allen Ebenen.

Ergebnisse

DDM.Autoren

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Prof. Dr. Dirk Stein ist Professor an der FOM Hochschule und forscht am Institute for Strategic Finance zu den  Themengebieten Digitale Transformation und Digital Entrepreneurship. Die beruflichen Stationen von Dirk Stein waren unter anderem verschiedene Forschungsinstitute an der RWTH Aachen, General Electric und KPMG. Stein wurde u.a. bei General Electric Capital mit dem Jack Welsh Leadership Award ausgezeichnet. Seine Schwerpunkthemen sind nachhaltige Betriebs- und Geschäftsmodelle für die Digital Wirtschaft.

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Prof. Dr. Tobias Kollmann ist Professor der Universität Duisburg-Essen und ein anerkannter Experte für die Themen Digital Business, Digital Entrepreneurship, Digital Leadership sowie Künstliche Intelligenz im Rahmen eines Artificial Leader­ship bzw. Artifical Management. Seit 2015 ist er Mitglied im Aufsichtsrat vom börsennotierten Stahlkonzern Klöckner & Co SE. Von 2013 bis 2020 war er der Vorsitzende des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ im Bundeswirtschaftsministerium. Von 2014 bis 2017 war er zudem der Beauftragte für Digitale Wirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. 2012 wurde er in Deutschland von BAND e.V. zum „Business Angel des Jahres“ gewählt. Im gleichen Jahr war er auch ein Gründungsmitglied vom Bundesverband Deutsche Startups e.V., der ihm 2025 für sein „herausragendes Engagement für das deutsche Startup-Ökosystem“ eine Ehrenurkunde überreichte. Laut der FAZ gehörte er zudem 2018, 2019 und 2021 zu den 100 einflussreichsten Ökonomen in Deutschland mit „Gewicht in Medien, Forschung und Politik“.

DDM.Partner

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Das „Zukunftsinstitut“ hilft Unternehmen, Regierungen und Organisationen dabei, die Auswirkungen zukünftiger Veränderungen auf ihre Geschäftstätigkeit zu verstehen und ihre Strategien entsprechend anzupassen und zu entwickeln. Das Zukunftsinstitut wurde 1998 gegründet und hat die Trend- und Zukunftsforschung in Deutschland von Anfang an maßgeblich geprägt. Heute gilt das Zukunftsinstitut als renommiertes, deutsches Forschungs- und Beratungsunternehmen, das sich auf die Analyse von Megatrends und Trends und die Vorhersage zukünftiger Entwicklungen spezialisiert hat. Auf der Basis von Trendanalysen, Studien und bewährten Methoden der Trend- und Zukunftsforschung zeigt das „Zukunftsinstitut“ die Chancen und Potenziale auf, die der Wandel mit sich bringt.

DDM.Presse

Über die Studie "DAX Digital Monitor" wurde u.a. hier berichtet:

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